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CITY OF GHOSTS und LAYLA M.
gewinnen FRITZ-GERLICH-PREIS
- Filmpreis für Menschenwürde und Zivilcourage

Filmfest München 2017

Am Abend des 28. Juni 2017 wurde im Rahmen des Filmfests München der 6. Fritz-Gerlich-Filmpreis verliehen. Es ist bisher der einzige deutsche katholische Filmpreis.

 

Der Fritz-Gerlich-Filmpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der TELLUX Beteiligungsgesellschaft mbH München gestiftet, in Kooperation mit der Erzdiözese München und Freising und dem Internationalen Filmfest München.

In diesem Jahr sind vier Filme für den Fritz-Gerlich-Filmpreis nominiert:

  • THE NILE HILTON INCIDENT von Tarik Saleh
  • LAYLA M. von Mijke de Jong
  • CITY OF GHOSTS von Matthew Heineman
  • ZUCKERSAND von Dirk Kummer

Die Jury hat beschlossen zwei Filme mit dem Fritz-Gerlich-Filmpreis auszuzeichnen:
LAYLA M. von Mijke de Jong und CITY OF GHOSTS von Regisseur Matthew Heineman.

Der Filmpreis wurde in der Allerheiligen-Hofkirche in der Residenz von Weihbischof Rupert Graf zu
Stolberg in Vertretung von Reinhard Kardinal Marx überreicht; für beide Filme hielt Brigitte Hobmeier die Laudatio.

LAYLA M. von Mijke de Jong
Die 18-jährige Layla (Nora El Koussour) lebt mit ihrer Familie in Amsterdam und glaubt, dass sich eine anti-islamische Stimmung zum gefährlichen Trend entwickelt. Nachdem sie wegen der Teilnahme an
einer Demonstration verhaftet wird, verlässt Layla die Schule, die Niederlande und heiratet den Dschihadisten Abdel (Ilias Addab).
Doch als sie im Nahen Osten ankommen, entdeckt Layla, dass ihr Geschlecht die Teilhabe vieler Aspekte des gesellschaftlichen Lebens verhindert. Die Sehnsucht nach ihrem früheren Leben keimt in ihr auf.
All dies geschieht, während ihr junger Ehemann droht, ein großes Opfer zu erbringen.

Auszug aus der Jurybegründung:
„Layla M“ ist vor dem Hintergrund der aktuellen, politischen und gesellschaftlichen Situation in Europa immens relevant. Ein mitreißend inszenierter und virtuos gespielter Beitrag zu dem schwierigen Thema Radikalisierung, bei dessen Diskurs meistens weitaus mehr verängstigte und wütende Fragen und gefährliche Allgemeinplätze aufgeworfen, als erhellende Antworten gegeben werden.

 

Regisseurin Mijke de Jong versucht mit ihrem Film das Unbegreifliche begreifbarer zu machen. Ein nahezu unmögliches Unterfangen, das auf beeindruckende Weise gelingt. Dafür und für die Konsequenz, eine derartige Geschichte aus weiblicher Perspektive zu erzählen, zeichnet die Jury „Layla M“ mit dem Fritz-Gerlich-Filmpreis 2017 aus.

CITY OF GHOSTS von Matthew Heineman

In seiner Dokumentation CITY OF GHOSTS widmet sich Filmemacher Matthew Heineman (Cartel Land) dem Weg, den die Gruppe "Raqqa Is Being Slaughtered Silently" zurücklegte. Der Verband anonymer Bürger schloss sich in seiner journalistischen Tätigkeit zusammen, als ihr Heimatland vom Islamischen Staat (IS) übernommen wurde. Heinemann wurde dabei ein bis dato nie dagewesener Zugang gewährt, um einen Einblick in die Tätigkeit der Gruppe zu erhalten und auch das Risiko zu dokumentieren, dem die
Mitglieder täglich ausgesetzt sind.

Auszug aus der Jurybegründung:
Es ist der Verdienst von CITY OF GHOSTS, die Bedeutung von freiem und unabhängigem Journalismus zu thematisieren und einen Anstoß dafür zu geben, sich mit der Situation in Syrien intensiver auseinanderzusetzen.
Regisseur Matthew Heineman ging es nach eigenen Worten auch darum in Zeiten, in denen Fake-News und Propaganda die mediale Oberhand zu gewinnen scheinen, ein ausdrückliches Plädoyer für die Notwendigkeit eines um Wahrheit bemühten Journalismus abzugeben. All das verdient nach Auffassung der Jury eine Auszeichnung mit dem Fritz-Gerlich-Filmpreis.

Im Rahmen der Preisverleihung wird auch der TRANSMEDIAPREIS verliehen, dessen Thema in diesem Jahr „Hate Speech“ ist.

Folgende Projekte wurden ausgezeichnet:

  1. Platz: Axel Bernd Appelt „Werte-Baukasten“
  2. Platz: Anna Brass „Vom Boche zum Buddy - Wie überwindet man Hass“
  3. Platz: Phil Clausen „My name is Mona“

Weitere Informationen stehen unter www.fritz-gerlich-filmpreis.de zum Download bereit, kostenfreie
Pressefotos der Veranstaltung finden Sie unter fotos.fritz-gerlich-filmpreis.de

Der Fritz-Gerlich-Filmpreis zeichnet ein Werk des zeitgenössischen Spiel- und Dokumentarfilms aus.
Inhaltlich greifen die jeweils ausgezeichneten Werke in couragierter Weise ein Thema auf, das publizistischen Niederschlag erfahren hat.

Die TELLUX Beteiligungsgesellschaft mbH, deren Mehrheitsgesellschafter deutsche Bistümer sind, entwickelt und produziert Werte vermittelnde Programme im linearen und non-linearen Bewegtbildbereich, darunter insbesondere TV- und Kinofilme.

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