Nach Update: missio-Truck startet Tournee mit neuem Mica-Raum
10. März 2026
Nach einer halbjährigen Umbaupause hat der missio-Truck des katholischen Hilfswerkes missio Aachen seine neue Deutschlandtour gestartet. Diese begann am Dienstag, 10. März, um 9 Uhr auf dem Platz der Deutschen Einheit in Dorsten. Ein neu gestalteter Raum der mobilen Ausstellung „Eine Welt. Keine Sklaverei“ widmet sich dem Abbau des Minerals Mica in Madagaskar, einem der größten Lieferländer des begehrten Rohstoffs weltweit. Die neue Tour wird in Dorsten mit dem Segen von Schulseelsorger Kai Kaczikowski eröffnet. Anschließend besuchen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11 der Schule St. Ursula den missio-Truck.
Der Schimmer in Lippenstift, der Glanz im Autolack oder Einbauteile vieler Smartphones werden auf Basis von Mica hergestellt und haben ihren Ursprung in Madagaskar. Dort bauen Menschen Mica unter harten, gesundheitsschädlichen und häufig ausbeuterischen Bedingungen ab. Diese verborgene Seite des Mica-Abbaus rückt der missio-Truck ins Blickfeld.
Die Ausstellung zeigt Originalobjekte, Werkzeuge sowie Fotos und Filme aus dem Abbaugebiet. „Alles, was wir zeigen, ist echt und authentisch. Das findet man sonst so nirgends“, betont Martin Stauch, Leiter der Aktion Schutzengel von missio Aachen und Verantwortlicher für den missio-Truck.
Besonders für Schulklassen konzipiert
Vor dem Besuch des missio-Trucks bereiten die Lehrer die Schülerinnen und Schüler in einem eigens entwickelten 90-minütigen Unterricht vor.
Der missio-Truck bietet einen 25-minütigen Rundgang durch fünf thematisch gestaltete multimediale Räume, geführt von der virtuellen Begleitfigur „Chris“, eine digitale Stimme, die Fragen stellt und Zusammenhänge erklärt. In Gruppen von drei Personen erkunden die Gäste – neben dem Mica-Abbau in Madagaskar – weitere Formen moderner Sklaverei: Kakaoanbau in Ghana, Fast Fashion in Bangladesch, Arbeitsbedingungen in deutschen Fleischbetrieben und der Ausbeutung auf Kreuzfahrtschiffen. Dabei wird klar, was moderne Sklaverei auch mit unserem Leben in Deutschland zu tun hat.
“Wir wollen nicht nur informieren, sondern berühren. Der Truck zeigt die Realität moderner Sklaverei und ermutigt dazu, im eigenen Alltag genauer hinzusehen und anders zu handeln”, betont missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener.
Über den missio-Truck
Seit 2024 ist der missio-Truck in knapp 80 Städten in ganz Deutschland unterwegs, legt rund 14.000 Kilometer zurück und erreicht jährlich etwa 18.000 Besucherinnen und Besucher. Rund 600 begleitende Unterrichtseinheiten fanden mit Schulklassen statt.
Jeder kann sich ein eigenes Bild machen und über das eigene Handeln nachdenken.
